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Johannes Gutenberg - Erfinder und Medienrevolutionär
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FAQ - die meist gestellten Fragen zum Bauvorhaben "Bibelturm"!

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht der am häufigsten gestellten Fragen rund um das Thema der baulichen Erweiterung des Gutenberg-Museums durch den "Bibelturm". Bitte beachten Sie, dass diese Liste schrittweise noch ergänzt wird.

Was bedeutet der Bau des "Bibelturms" für den Liebfrauenplatz?

Den Mainzerinnen und Mainzern ist der Liebfrauenplatz wichtig. Er soll natürlich erhalten bleiben, am besten schöner werden. Für den Bibelturm wird mit 147 qm nur eine kleine Teilfläche am Liebfrauenplatz benötigt, von der gesamten Fläche der Domplätze ist das weniger als ein Prozent.

Drei der dort stehenden Platanen müssen gefällt werden. Der weitaus überwiegende Anteil des Flächenzuwachses im ersten Bauabschnitt wird über den unterirdischen Verbindungsbau geschaffen. Dieser allein hat eine Grundfläche von 522qm. Der Liebfrauenplatz als wichtiger Ort für das städtische Leben im Schatten des Doms wird respektiert.

Wie viel Ausstellungsfläche entsteht im ersten Bauabschnitt zusätzlich?

Insgesamt werden durch den ersten Bauabschnitt 382qm neue Ausstellungsfläche geschaffen. Bezieht man den Durchgangsbereich von der Druckerwerkstatt zum neuen unterirdischen Bauteil mit ein, der im Wege der Baumaßnahme umgenutzt wird und zukünftig ebenfalls als Ausstellungsfläche genutzt werden soll, entstehen rund 400qm neue Ausstellungsfläche. Diese Flächen setzen sich zusammen aus rund 350qm im unterirdischen Bereich und rund 50 qm im oberirdischen Bereich.

Warum verbessert der Bau des ersten Bauabschnitts die Brandschutzsituation im Schellbau?

Brandschutz ist auch eine Frage der Besucherdichte: Je mehr Menschen, desto höher die Auflagen. Durch den Turm teilen sich die Besucherströme des Museums. Der Hauptanteil der Besucherströme wird in den Neubau geleitet, wo mit den Gutenberg-Bibeln die Hauptattraktionen des Museums ausgestellt werden.

Dadurch wird der Schellbau von großen Besuchergruppen entlastet, was wiederum dazu führt, dass die zur Aufrechterhaltung des Betriebs erforderlichen provisorischen Brandschutzmaßnahmen auf das Notwendigste beschränkt werden können (zwei außenliegende neue Rettungswege sowie Brandschutzertüchtigungsmaßnahmen im Bereich der Gebäudetechnik). Dadurch erspart man sich zunächst umfangreichere Maßnahmen im Schellbau.

Würden die erforderlichen brandschutztechnischen Maßnahmen unabhängig von einer späteren Generalsanierung vorgezogen, müssten diese wieder entfernt werden. Die dafür eigesetzten Haushaltsmittel könnten somit keinen nachhaltigen Nutzen für das Museum entfalten.

Die Haushaltsmittel wurden für die Brandschutzsanierung des Schellbaus genehmigt und nicht für einen Erweiterungsbau – wie geht das?

Die Mittel wurden nicht explizit für die Brandschutzertüchtigung des Schellbaus in den Haushalt gestellt und genehmigt, sondern für die Brandschutzertüchtigung des Gutenberg-Museums: Die Veranschlagung im städtischen Haushalt in Höhe von 5.061.830 Euro trägt den Titel "Gutenberg-Museum Brandschutz".

Das deckt auch die jetzt geplanten Maßnahmen im ersten Bauabschnitt ab, die zusätzlich den positiven Effekt haben, dass sie in nachhaltiger Weise zur Erweiterung und zukunftsfähigen Entwicklung des Museums beitragen.

Warum ist eine Sanierung des Schellbaus im laufenden Betrieb nicht möglich?

Eine Sanierung im laufenden Betrieb kommt aus unterschiedlichen Gründen nicht in Frage. Der wichtigste Grund ist hierbei die Sicherheit der wertvollen Exponate des Museums. Diese angemessen vor Staub, Wasser, Erschütterung etc. zu schützen ist entweder gar nicht oder nur mit einem Aufwand möglich, der sowohl aus wirtschaftlicher Sicht als nicht vertretbar, als auch aus musealer Sicht hinsichtlich der Präsentation und Vermittlung als nicht leistbar eingeschätzt wird. Dies hängt auch zusammen mit der Bauart des Schellbaus in so genannten "Split-Levels", das heißt zueinander geöffneten Geschossebenen mit offenen Treppenhäusern.

Für eine Generalsanierung wie im Wettbewerb vorgeschlagen, ist ein kompletter Rückbau bis auf die primäre Stahlbetonskelettkonstruktion notwendig. Sämtliche Fassadenkonstruktionen und die Dachkonstruktion müssten aus konstruktiven und bauphysikalischen Gründen entfernt werden.

Aufgrund der engen räumlichen und konstruktiven Verknüpfung der umfangreichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen sind diese nicht unabhängig zu realisieren. Daher ist ein abschnittweiser Umbau des Schellbaus aus konstruktiven und funktionalen Gründen nicht zu empfehlen und voraussichtlich auch rein bautechnisch nicht machbar.

Auf jeden Fall würde ein solcher Versuch zu einer Steigerung der Baukosten führen, allein schon deshalb, weil extrem aufwändige Sicherungs- und Absperrungsmaßnahmen für jeden Abschnitt erneut durchgeführt werden müssen. Dies steht allein schon unter wirtschaftlichen Aspekten und der Vorgabe des wirtschaftlichen Einsatzes von Haushaltsmitteln in keinem vertretbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis und verbietet sich daher.

Im Falle der Generalsanierung würde für das Foyer und die Druckerwerkstatt eine einmalige bauliche Abtrennung erfolgen, um die Zugänglichkeit des Neubauteils während der Bauzeit der Generalsanierung zu ermöglichen (s. dazu Antwort zu "Wie ist die Zugänglichkeit zum Neubau während der Generalsanierung des Schellbaus im zweiten Bauabschnitt geplant?").

Auch bei einer Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 5 Millionen Euro ausschließlich für Brandschutzsanierungsmaßnahmen im Schellbau müsste das Gutenberg-Museum unweigerlich für eine gewisse Zeitspanne geschlossen werden. Die offenen Treppenhäuser und die im "Split-Level" angeordneten Geschossdecken sowie der Umstand, dass geschossübergreifende Maßnahmen (z.B. Leitungsführungen) anstehen, lassen eine sinnvolle Abtrennung einzelner Baubereiche und damit eine Durchführung der Maßnahmen bei laufendem Museumsbetrieb nicht zu.

Liegt eine konkrete Kostenberechnung für die Baumaßnahme im ersten Bauabschnitt vor?

Ja, es gibt eine Kostenberechnung nach DIN 276. Basis dieser Kostenberechnung ist die Entwurfsplanung (Leistungsphase 3).
Der Kostenberechnung liegen gemäß Vorgaben der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure "durchgearbeitete Entwurfszeichnungen, Mengenberechnungen und für die Berechnung und Beurteilung der Kosten relevante Erläuterungen zugrunde."

Diese Berechnung für den ersten Bauabschnitt Bibelturm weist Kosten aus, die innerhalb des zur Verfügung stehenden Budgets liegen.

Nach erfolgter Ausschreibung der Bauleistungen in den Leistungsphasen 6 und 7 wird dann auf der Grundlage der Ergebnisse der Ausschreibungen ein so genannter Kostenanschlag ermittelt, der die Kosten weiter konkretisiert.

Die Übersicht der Kostenberechnung finden Sie am Ende dieser Seite als pdf-Download.

Wie verbindlich ist eine solche Kostenberechnung? Was passiert, wenn die Kosten die Planung übersteigen?

Erkennt der Planer, dass die Kostenberechnung zur Gewährleistung des Gesamtbudgets nicht einzuhalten ist, hat er den Bauherrn darüber in Kenntnis zu setzen. Dabei hat er die Ursachen der voraussichtlichen Kostenüberschreitung mitzuteilen und Vorschläge zu unterbreiten, welche Möglichkeiten der Kosteneinsparung unter Beachtung der Einhaltung der Qualität, Quantität und der Termine bestehen.

Kann man nicht sofort den Schellbau mit den fünf Millionen Euro sanieren?

Das Gutenberg-Museum braucht weit mehr als eine reine Brandschutzsanierung. Es braucht eine grundlegende Erneuerung, denn im Wesentlichen konserviert es die Museumsdidaktik der 1960er Jahre. Mehr als ein halbes Jahrhundert später ist das nicht mehr tragbar.

Die vorhandenen fünf Millionen Euro müssen im ersten Bauabschnitt in den Brandschutz investiert werden. Täte man das im Schellbau, wäre von einer Erneuerung für diese Summe nichts zu sehen. Die Investition bliebe in weiteren Fluchtwegen und Brandschutztüren stecken.

Der Clou des ersten Bauabschnittes ist es, mehr als einen Zweck auf einmal zu erfüllen: Durch die Entlastung des Schellbaus (Besucherströme teilen sich) wird dort der Brandschutz verbessert. Dadurch müssen im Schellbau keine Zwischenmaßnahmen finanziert werden, die man bei einer Generalsanierung (zweiter Bauabschnitt) wieder abbrechen müsste. Denn die Generalsanierung und Aufstockung des Haupthauses erfordert tiefe Eingriffe in die Bausubstanz. Aktuelle Einbauten müssen entfernt werden, vieles wird auf den Rohbau zurückgeführt. Was heute dort investiert würde, ist morgen obsolet. Der Bibelturm umgeht genau das:

  • Er schafft zusätzliche Flächen als Erweiterung, die über beide Abschnitte der Baumaßnahmen hinweg Bestand haben,
  • er entlastet den Hauptbau und führt deshalb dazu, dass der Betrieb im Schellbau bis zur Generalsanierung aufrechterhalten werden kann.
  • Er ist museologisch der Einstieg in eine zeitgemäße Präsentation der wunderbaren Sammlungen und einmaligen Schätze des Gutenberg-Museums.

Wie wird Barrierefreiheit im "Bibelturm" umgesetzt?

Selbstverständlich wird der erste Bauabschnitt barrierefrei hergestellt. Dies ist auch in der Landesbauordnung Rheinland-Pfalz gesetzlich so vorgegeben. Der erste Bauabschnitt besteht aus einem Ensemble aus drei zusammenhängenden Gebäudeteilen. Es gibt einen unterirdischen Verbindungsbau, aus dem sich ein eingeschossiger Vorbau, der unmittelbar an den Schellbau angrenzt, sowie ein Turmgebäude entwickeln.
Der unterirdische Verbindungsbau wird über eine großzügige Treppenanlage und einen barrierefreien Personenaufzug mit dem Erdgeschoss und dem Untergeschoss des Schellbaus verbunden. Der neue Aufzug stellt die notwendige barrierefreie Verbindung zwischen dem Foyer im Erdgeschoss des Schellbaus und dem Untergeschoss des Schellbaus her und verbessert dadurch wesentlich die vertikale Erschließung der unteren Ausstellungsebenen des Bestandsmuseums. Die Ausstellungsebenen und die Aussichtsplattform im Turm sind über einen barrierefreien Aufzug miteinander verbunden.

Was passiert mit dem Blumenbeet auf dem Platz?

Es wird nach dem Bauvorhaben weiterhin ein Blumenbeet geben, die konkrete Freiflächenplanung für den Platz ist noch nicht abgeschlossen. Hierzu sollen die Mainzerinnen und Mainzer gefragt werden. Seitens der Stadt wurden drei Vorgaben formuliert: Bis auf die drei Platanen müssen alle Baumstandorte erhalten werden, es wird wieder ein Blumenbeet geben und es wird zusätzliche Sitzgelegenheiten auf dem Platz und um die Bäume herum geben.

Könnten die drei Platanen erhalten werden, wenn eine andere Planung umgesetzt würde?

Nein. Sowohl die zweit- und drittplazierten Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb als auch eine Sanierung und Erweiterung des Schellbaus in Richtung Haus zum Römischen Kaiser würde bedeuten, dass diese Platanen zumindest teilweise gefällt werden müssten.

Kann das Marktfrühstück auch während der Baustelle und mit dem "Bibelturm" weiter wie gewohnt stattfinden?

Ja. Auf das beliebte Marktfrühstück der Mainzer Winzer hat die Baustelle für den ersten Bauabschnitt keinen Einfluss. Es muss sich räumlich nicht einschränken, sondern wird vor das Haus "Zum Römischen Kaiser" verlagert, was auch ohne eine Baumaßnahme am Museum aufgrund des Besucherandrangs sinnvoll ist.

Aus welchem Material soll die Lettern-Haut gestaltet werden und wie soll ihr Glanz aus den Visualisierungen bewahrt und sie gereinigt werden?

Die Frage der Materialität der Lettern-Haut wird erst in der Ausführungsplanung abschließend geklärt.

Erklärtes Ziel der  Fassaden- und Lichtplanung ist es, dass der Bibelturm nach Fertigstellung wie auf den Visualisierungen dargestellt wirkt.

Bei der Planung der Fassade wird auch der Aspekt der Reinigung berücksichtigt (grundsätzliche Erläuterungen zur Reinigung der Fassade finden Sie unter der Frage "Wie soll die Fassade des "Bibelturms" gereinigt werden?").

Wie wird verhindert, dass Tauben sich auf der Fassade niederlassen und diese verschmutzen?

Die metallischen Buchstaben werden in dichtem Abstand vor einer fein perforierten, metallischen Ebene angeordnet. Damit ist ein Einflug in den Fassadenzwischenraum oder ein Verweilen auf den Buchstaben verhindert. Gleichzeitig wird damit der Einwurf von Müll in den Fassadenzwischenraum oder das Erklettern der Fassade verhindert. Zugleich wird durch die Perforierung der schützenden Metallebene die in den Visualisierungen dargestellte Transparenz beibehalten. Im Bereich der von innen zugänglichen Fassade der Aussichtsterrasse ist maximale Transparenz erforderlich, daher ist hier keine perforierte Ebene vorgesehen. Darüber hinaus werden die Tauben im Bereich um den Dom bereits zum heutigen Zeitpunkt zusätzlich durch Wanderfalken wirksam vergrämt.

Wie soll die Fassade des "Bibelturms" gereinigt werden?

Die Höhe des Turmes von 20,50m lässt eine turnusmäßige Reinigung von außen über Hubsteiger zu. Die Perforation der direkt hinter den Metallbuchstaben liegenden Fassadenebene ist so fein gewählt, dass auch kleine Gegenstände oder Insekten nicht dahinter fallen können. Die Fassaden, die in der lotrechten Vertikalen geplant sind, müssen daher nicht in der inneren Ebene der Unterkonstruktion gereinigt werden.  Der Bereich hinter der Schrägfassade, in dem sich auch die Fensterbänder befinden, ist über öffenbare seitliche Fassadenpaneele zugänglich und kann bei Bedarf gereinigt werden.

Wie verträgt sich der Einfall von Tageslicht in den Turm mit der Ausstellung wertvoller Exponate?

Das Ausstellungskonzept wird gemäß den konservatorischen Anforderungen realisiert. Zum einen wird die Glasqualität auf die bauphysikalischen und musealen Anforderungen abgestimmt. Zusätzlich kann gesteuerter Sonnenschutz bei Erfordernis eingesetzt werden. Eine indirekte künstliche Beleuchtung schaltet sich übergangslos in den Abendstunden dazu, so dass ein gleichmäßiger Lichteinfall gewährleistet ist.

Ein solches System hat sich im modernen Museumsbau bewährt und wird daher häufig eingesetzt. Vergleichbare Ausführungen finden sich zum Beispiel im Kunsthaus Bregenz oder in der Erweiterung des Städel Museums in Frankfurt. Darüber hinaus werden besonders wertvolle Objekte zusätzlich in Vitrinen geschützt.

Wie ist die Zugänglichkeit zum Neubau während der Generalsanierung des Schellbaus im zweiten Bauabschnitt geplant?

Bei der Weiterführung der Baumaßnahmen im Schellbau besteht die Möglichkeit, das Foyer im Erdgeschoss des Schellbaus als Zugang zu nutzen. Das Foyer und die Druckwerkstatt werden dann von der Baustelle räumlich getrennt. Der Zugang zu den neuen Ausstellungsbereichen ist somit gewährleistet. Der barrierefreie Zugang erfolgt über den neu geschaffenen Aufzug aus dem Foyer des Schellbaus. Die WC-Anlagen im Erdgeschoss sollen ebenfalls weiterhin zur Verfügung stehen.

Welche Vorkehrungen wurden bezüglich des Grundwassers getroffen?

Es wurden alle notwendigen Aspekte bezüglich des Grundwasserstands berücksichtigt. Für die Statik der Unterkellerung ist eine Tragwerksplanung erstellt worden, die auf der Grundlage eines fundierten Bodengrundgutachtens erstellt wurde. Die Vorgaben der Tragwerksplanung sind im Entwurf umgesetzt worden.

Ergänzung zu Frage 6: Liegt eine konkrete Kostenberechnung für die Baumaßnahme im ersten Bauabschnitt vor?

Bei denen im pdf aufgestellten Zahlen mit dem Kürzel IRM handelt es sich um Angaben der Ingenieurgesellschaft Rhein-Main, die im Auftrag der Stadt Mainz in diesem Projekt ebenso tätig ist, wie die Sinus Elektroplanung GmbH Wiesbaden.

Die einzelnen Maßnahmen der Kostengruppe 500 mit dem Kürzel BKI (Baukostenindex) sind nicht beziffert, da die Außenanlagen nicht Bestandteil der Hochbaumaßnahme sind.

Bei der beigefügten Kostenermittlung ist die Erhöhung des Baupreisindex von ca. 6 % (Steigerung seit Oktober 2015) berücksichtigt. Die zusätzlichen Kosten von der ursprünglichen Veranschlagung werden im Wirtschaftsplan der Gebäudewirtschaft Mainz abgebildet.